Der Erzgebirgskreis gilt als einer der Corona-Hotspots in Deutschland. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner liegt bei 599 (Stand 18. Dezember), die Zahl bestätigter Neuinfekionen lag am Freitag bei 322 im Landkreis. Stollberg, Marienberg und Aue-Bad Schlema weisen alle 7-Tage-Inzidenzwerte von mehr als 700 pro 100.000 Einwohner aus. In Stollberg stieg der Wert am Montag sogar auf 1.204.

Eine Erklärung hat der Stollberger Oberbürgermeister Marcel Schmidt dafür nicht. Auch in den anderen Städten sind die Gründe unklar. In keinem der Orte sind Ausbrüche in Pflegeheimen bekannt, die sonst oft ein hohes Infektionsgeschehen befeuern.

Die hohen Infektionszahlen zeigen sich auch im Kreiskrankenhaus Stollberg. „Durch die Einzugsgebiete wirkt es sich nicht ganz so lokal aus“, erzählt Gregor Hilger, Leitender Chefarzt des Krankenhauses. „Wir haben flächendeckende Probleme in den Kliniken in Südwestsachsen.“ Vor allem der Ausfall von Pflegepersonal, der sich auf 30 bis 40 Prozent beläuft, mache dem Kreiskrankenhaus zu schaffen. „Wir haben Stationen geschlossen, um das Pflegepersonal auf die anderen Stationen zu verteilen“, so Hilger.

Wie sich die Zahlen in Stollberg zukünftig entwickeln, ist nicht abzusehen. „Wir müssen die Infektionszahlen dringend reduzieren“, appelliert der Leitende Chefarzt an alle Einwohner. Er hofft, dass die aktuellen Corona-Einschränkungen in Sachsen greifen werden.

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