Der Erzgebirgskreis hat den Corona-Schwellenwert für Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen überschritten. Jetzt hat auch die Landesregierung reagiert und den Landkreis zum Risikogebiet erklärt. Was heißt das? Die Verunsicherung ist groß bei den Bürgern, aber auch bei Gaststätten und Hotels. Am Montag, den 19.10.2020 meldete der Erzgebirgskreis 278 neue Corona-Fälle. Damit liegt die „gleitender Wocheninzidenz“ bei 127 pro 100.000 Einwohner. Auch in Sachsen nimmt die Zahl deutlich zu – allein übers Wochenende gab es 845 neue Fälle.

Laut Landrat Frank Vogel gebe es im Erzgebirge keinen einzelnen lokalen Hotspot oder eine extrem betroffene Berufsgruppe. Im oberen Erzgebirge seien die Zahlen etwas höher als im Rest der Region. Dort waren zuletzt mehrere Schulen und eine Pflegeeinrichtung betroffen. Die aktuelle Lage sei aber diffuser. „Es gibt auch nicht genau die Ursache für den Ausbruch, sondern wir verzeichnen eine breite Streuung“, so Vogel

Was hat die Einstufung für Folgen?

Da der Erzgebirgskreis jetzt offiziell Risikogebiet ist, gelte für die Einwohner des Landkreises ein Beherbergungsverbot in Sachsen, so das Sozialministerium. Dies gelte auch für Personen, die sich in den vergangenen sieben Tagen dort aufgehalten haben. Ob auch andere Bundesländer diese Einschätzung übernehmen, ist unklar. Die meisten Länder richten sich bislang nach den offiziellen Zahlen des RKI. Die Verunsicherung unter Gastwirten und Hoteliers im Erzgebirge ist groß. Denn die Allgemeinverfügung des Landkreises sieht vor, dass Feiern in angemieteten Räumen auf 50 Personen begrenzt werden müssen. In der Gastronomie und in Hotels müssen Daten zur Kontaktnachverfolgung erhoben werden.

Gut 24.000 Menschen leben im Erzgebirge direkt vom Tourismus. Zu Jahresbeginn hatte der Branchenverband des Erzgebirges, das weit über den Erzgebirgskreis hinausragt, noch jubiliert. Mit 3,18 von sachsenweit gut 20 Millionen Übernachtungen erreichte man 2019 einen Rekordwert.

Bitte tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung und halten Sie Abstand.
Mehr Informationen unter: www.coronavirus.sachsen.de

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