Sachsen will stufenweise aus dem Lockdown kommen. Den Anfang machen die Bildungseinrichtungen. Nach den Abschlussklassen sollen jetzt auch Kitas und Grundschulen geöffnet werden. Endgültig beschlossen wird der Fahrplan am Freitag in einer weiteren Kabinettssitzung. Zuvor stehen noch die Bund-Länder-Beratungen an.

Kitas und Grundschulen in Sachsen sollen am kommenden Montag wieder öffnen. Das hat das sächsische Kabinett heute entschieden. Kultusminister Christian Piwarz hat aber Eltern von Kindergartenkindern darum geben, wenn möglich, Kinder weiter zu Hause zu betreuen. In Grundschulen soll die Präsenzpflicht vorerst ausgesetzt werden. Eltern können somit selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken. Die Schulpflicht gelte aber weiterhin und Eltern müssten sicherstellen, dass ihre Kinder zu Hause beschult werden.
Die Regelungen für Grundschulen und Kitas gelten sachsenweit, obwohl in einigen Landkreisen die 7-Tage-Inzidenz noch bei über 100 liegt. Piwarz sagte, man habe keinen Flickenteppich entwerfen wollen. „Aber, das will ich in aller Deutlichkeit auch sagen: Wir werden uns die Entwicklung der Zahlen ansehen. Wir haben die Erwartung und Hoffnung, dass wir in den Landkreisen, die jetzt noch über 100 sind, in den nächsten zwei Wochen unter 100 kommen. Sollte dies nicht passieren und die Zahlen sogar steigen, werden wir Einrichtungen wieder schließen müssen“, so Piwarz.
Zum Kita- und Grundschulstart am 15. Februar soll es Corona-Tests für Lehrer und auch Erzieher geben. So sollen die entsprechenden Personen einen Berechtigungsschein erhalten und sich beim Hausarzt testen lassen können – so wie es auch bisher bei den Lehrern üblich war. Flächendeckende Corona-Tests für Grundschüler soll es aber nicht geben. Kultusminister Piwarz begründete das Vorgehen damit, dass aktuell nicht sicher sei, ob die Tests bei jüngeren Kindern valide seien. Entsprechende Corona-Tests solle es deshalb erst für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 geben.

Für weiterführende Schulen gilt auch weiterhin die bisherige Regelung: Abschlussklassen lernen im Präsenzunterricht, alle übrigen Klassen sollen weiterhin zu Hause bleiben. Nächste Schritte für die mittleren Klassen sollten wahrscheinlich ab 8. März folgen, sagte Piwarz. Denkbar sei dann ein Wechselmodell.

Weitere Lockerungen sind vorgesehen:

Fällt der Inzidenzwert unter 100 soll dem Handel der Bestell- und Abholservice Click&Collect erlaubt werden. Dazu können die Friseure ihre Geschäfte wieder öffnen und Kunden bedienen, wenn in den Läden von jeder Person eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske getragen wird. Unter den gleichen Bedingungen wäre auch der Wiederbetrieb von Fahrschulen möglich.

Bisher plant die Staatsregierung, diese drei Öffnungsvorgaben bereits in die ab kommenden Montag gültige Corona-Schutzverordnung aufzunehmen, sodass sie dann sofort genutzt werden könnten. Abhängig bleibt das jedoch von der weiteren Entwicklung des Inzidenzwertes, der an diesem Montag laut dem Robert-Koch-Institut für Sachsen bei 100,2 lag.

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