Der Sächsische Landtag und die Staatsregierung haben heute an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Landtagspräsident Matthias Rößler appellierte: „Lassen wir nie wieder zu, dass die Katastrophe einen neuen Anfang nimmt. Akzeptieren wir als Gesellschaft nicht, dass Verschwörungsideologen aller Couleur ihren Judenhass wieder ‚unters Volk bringen‘. Lernen wir immerfort aus den Katastrophen unserer Geschichte“! Noch heute sei jüdisches Leben in Gefahr. „Mich beschämt das“, so Rößler. Er erinnerte dabei unter anderem an den Anschlag auf eine Synagoge in Halle im September 2019.

Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte das Bürgerengagement beim Aufbau der Gedenkstätten Sachsenburg bei Frankenberg und Großschweidnitz. Nur so sei es möglich, die geschichtliche Verantwortung in die Zukunft zu tragen. „Ja, wir haben eine Verantwortung, auch 76 Jahre danach.“

Im Anschluss an die Reden erklang live das Werk „Quartett für das Ende der Zeit“ des Franzosen Olivier Messiaen. Der Komponist verbrachte neun Monate im Görlitzer Kriegsgefangenenlager, wo er das Werk fertigstellte und dort zusammen mit anderen Lagerinsassen im Januar 1941 zur Uraufführung brachte.

Die gemeinsame Gedenkveranstaltung im Landtag fand wegen der Corona-Pandemie nur mit wenigen Abgeordneten und ausgewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten statt, darunter Vertreter von Opfergruppen. Insgesamt waren rund 50 Menschen anwesend.

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