Erstmals steht ein sächsischer Ministerpräsident den Abgeordneten in einer Fragestunde während des Plenums Rede und Antwort. Natürlich drehte sich alles um die Corona-Krise. Ein Leben „mit dem Virus“ muss möglich sein, sagte der Regierungschef.

Zu Beginn der Fragestunde zog der CDU-Politiker ein Fazit zum bisherigen Verlauf der Krise: „Der Freistaat hat entschlossen, aber auch mit Maß und Mitte gehandelt, um diese einmalige Corona-Pandemie zu bewältigen.“ Man habe auf der Grundlage von Fakten gehandelt und immer mit der Möglichkeit zur Korrektur und zur Gestaltung vor dem Hintergrund eines sich verändernden Infektionsgeschehens. Bei allen Maßnahmen gehe es darum, die gesellschaftlichen und die wirtschaftlichen Kosten zu gering wie möglich zu halten.

Zu den Erfahrungen der vergangenen Wochen gehöre auch die Disziplin, die Courage, das Verantwortungsbewusstsein der Menschen und ihr Zusammenhalt, sagte Kretschmer. Er bedankte sich für die große Einsatzbereitschaft von Ärzten, Erzieherinnen und anderen. Zugleich erinnerte er daran, dass Sachsen sich als erstes Bundesland zur Einführung einer Maskenpflicht entschieden habe und alle anderen Bundesländer dem gefolgt seien: «So geht sächsisch, möchte man sagen» erklärte Kretschmer mit Blick auf eine gleichlautende Werbekampagne.

Kretschmer zufolge hat Sachsen von allen ostdeutschen Ländern die meisten Infektionen gehabt. Nur durch ein konsequentes Vorgehen sei es gelungen, schweres Leid von den Menschen abzuwenden. Man wolle ein Leben «mit dem Virus» möglich machen. «Wir sprechen nicht darüber, was alles nicht geht, sondern wir sprechen mit den Branchen, mit den Menschen darüber, wie etwas geht.» Man brauche schnell Impulse, damit die Menschen wieder Zuversicht schöpften. Alle betroffenen Branchen brauchten kluge Konzepte für eine Wiederaufnahme des Betriebes.

Nach einer fünfminütigen Einführung konnten die Abgeordneten Kretschmer 40 Minuten lang Fragen stellen und nutzten diese Möglichkeit voll aus.

 

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